Terror in Paris: Warum sich Muslime distanzieren müssen

Posted on 15. November 2015

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Die Frage kocht immer wieder hoch, wenn ein islamistischer Anschlag die Aufmerksamkeit der Europäer erregt: Müssen Muslime sich von den Tätern und der Tat distanzieren?

Meist lautet die pseudointellektuelle Antwort klar: Nein!

Dann wird argumentiert, dass die Täter den Islam nur als Vorwand benutzten, sich Christen auch nicht von Breivik distanziert hätten und es keine Gläubigen, sondern Geisteskranke seien. Ein normaler Muslim, der friedlich sein Leben lebe, sei daher nicht gehalten, sich von Menschen zu distanzieren, mit denen er keine Gemeinsamkeiten habe.

Dazu möchte ich, in aller Kürze, wer Näheres erfahren möchte soll sich einen Koran oder gleich noch die Sunna kaufen, sechs Verse aus dem Koran anführen.

„Wir werden in die Herzen derjenigen, die ungläubig sind, Schrecken einjagen dafür, daß sie Allah (andere Götter) beigesellt haben, wozu Er keine Ermächtigung offenbart hat. Ihr Zufluchtsort wird das (Höllen)feuer sein – ein schlimmer Aufenthaltsort für die Ungerechten!“ (Vers 3:151)

„So sollen denn diejenigen auf Allahs Weg kämpfen, die das diesseitige Leben für das Jenseits verkaufen. Und wer auf Allahs Weg kämpft und dann getötet wird oder siegt, dem werden Wir großartigen Lohn geben.“ (Vers 4:74)

„Diejenigen, die glauben, kämpfen auf Allahs Weg, und diejenigen, die ungläubig sind, kämpfen auf dem Weg der falschen Götter. So kämpft gegen die Gefolgsleute des Satans! Gewiß, die List des Satans ist schwach.“ (Vers 4:76)

„Gewiß, die schlimmsten Tiere bei Allah sind die, die ungläubig sind und (auch) weiterhin nicht glauben,“ (Vers 8:55)

„Allah hat den Heuchlern und den Heuchlerinnen und den Ungläubigen das Feuer der Hölle versprochen, ewig darin zu bleiben. Es ist ihre Genüge. Und Allah hat sie verflucht, und für sie gibt es beständige Strafe.“ (Vers 9:68)

„Gewiß, diejenigen unter den Leuten der Schrift und den Götzendienern, die ungläubig sind, werden im Feuer der Hölle sein, ewig darin zu bleiben. Das sind die schlechtesten Geschöpfe.“ (Vers 98:6)

Genau solche Zeilen – in Befehlsform – sind es, die den Islam von anderen Religionen unterscheidet. Der Koran gilt bis heute auch bei moderaten Muslimen als das direkte Wort Gottes an die Menschheit und die letztgültige Offenbarung der Wahrheit. Solche hasserfüllten Sätze sind also keine versteckten Zeilen aus einer islamistischen Höhlenschrift eines einsamen Irren, sondern Bestandteil des allgemeinen Glaubenskanons. Bis heute und auch für moderate Muslime. Man mag den Weg in die nächste Buchhandlung suchen und diese Verse nachschlagen, sie werden sich dort so oder in ähnlichem Wortlaut finden lassen. Es kann mir auch niemand sagen, es gäbe einen Kontext, in dem diese Sätze gerechtfertigt oder als friedfertig einzustufen seien. Genauso wenig sind sie bisher „wegreformiert“ worden.

In einer Zeit, in der selbst der Justizminister Demonstranten in Dresden für Taten verantwortlich macht, die ein Täter in Köln begeht, der sich nicht auf die Demonstration in Dresden bezieht, sollen solche Zeilen, die alle Muslime als heilig erachten, unproblematisch und friedlich sein? Besteht keine Verbindung zwischen ihnen und einem „allahu akbar“ rufenden Terroristen? Wieso ruft dieser nicht einzig „Nieder mit dem Westen“, wenn seine Beweggründe doch nicht religiös sind? Wieso tötet der IS vornehmlich Schiiten und hier Zivilisten, wenn er doch nur eine Reaktion auf westliche Einmischung ist? Wie kann es sein, dass wir Gewalt und „Hetze“ in jeder Form ablehnen, aber nicht, wenn sie in einem heiligen Buch steht und sich als Religion tarnt?

Muslime müssen sich selber fragen, ob sie der richtigen Religion angehören, wenn sie solche Sätze ablehnen. Und wenn es den einen Islam nicht gibt, dann kann auch niemand den Terroristen entgegenhalten, ihren Islam falsch zu verstehen, obwohl er klar vom Wortlaut des Koran abgedeckt ist.

Es mag sicher mehr Gründe geben, weshalb Menschen zu solch abscheulichen Taten schreiten. Die Welt ist schließlich äußerst komplex. Aber solche Zeilen, die auch noch mit dem Nimbus göttlicher Unfehlbarkeit daherkommen, haben ebenfalls einen gewaltigen, wenn nicht gar den Hauptanteil daran. Anders ist es auch nicht zu erklären, dass der internationale, staatlich unterstützte Terrorismus eine fast ausschließlich islamische Angelegenheit ist. Denn Armut, Unterdrückung und westliche Einmischung gibt es auch in anderen Teilen der Erde.

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