Kleine Schule der Islamkritik – Bewusste Fehldarstellungen durch Augstein und Co.

Posted on 21. Dezember 2014

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Für besonders brillante Texte ist Jakob Augstein wahrlich nicht bekannt. Sie sind vielfach tendenziös, naiv oder einfach faktisch falsch. Wer weiss, vielleicht schreibt er ja nur für die Klickzahlen. Was er allerdings in seinem neuesten Beitrag seiner Kolumne „Im Zweifel links“ auf SpOn von sich gab, unterschritt selbst das sonstige Niveau:

„Märsche der Anti-Islamisten: Null Toleranz für Pegida“

Bereits die Überschrift ist mysteriös. Will sie suggerieren, dass Herr Augstein mit Islamisten sympathisiert? Wer, der sich als Demokrat sieht, könnte für Islamisten sein? Naja, vermutlich ein kleiner Fauxpas, der dem Wunsch nach einer knackigen Überschrift geschuldet ist.

Bereits im Teaser wird es aber wieder zu einem echten Augstein: Es geht gar nicht um Zuwanderung, obwohl er einen Satz zuvor noch von Ausländerfeinden und Anti-Islamisten sprach, nein, es geht den Menschen um Angst und Armut. Ein beliebtes Stilmittel des verzweifelten Kolumnisten, wenn sich ihm keine direkte Angriffsfläche bietet, dann unterstellt man den Menschen einfach etwas, was später genüsslich auseinandergenommen werden kann. Rhetorisch zunächst effektiv, geriert man sich doch als scharfsinniger Analyst, journalistisch allerdings ein fragwürdiges Stilmittel, da man die Tatsachen verfälscht.

Nur kurz darauf setzt er bereits zum moralischen Todesstoß an. Das von vielen Politikern angekündigte „verstehen wollen“ sei ein Fehler, denn keiner außer ihm habe erkannt, worum es wirklich geht (s.o.) und Rassismus sei kein Problem der Erkenntnis, sondern der Moral. Es fehlt einzig eine Erklärung, worin denn nun der Rassismus der Demonstranten besteht.

Und hier begeht Herr Augstein seine erste Dummheit. Für ihn scheint klar zu sein, dass ein „Anti-Islamist“ ein Rassist ist. Denn außer einiger Stimmen einzelner Demonstranten, gibt es keine Hinweise auf Rassismus. Weder Transparente, noch Forderungen der Pegida-Führung belegen dies. Sonst hätte Herr Augstein sich dieser wohl bedient.

Islamkritik kann kein Rassismus sein

Egal wie harsch die Islamkritik der Pegida-Bewegung auch ausfallen mag, und wie wenig diese in der Realität verankert sein mag, Islamkritik kann kein Rassismus sein. Islamkritik ist Ideologiekritik und nichts anderes. Der Islam ist eine menschengemachte Ideologie. Ein Moslem ist lediglich Ideologieträger. Das schließt natürlich nicht aus, dass ein Islamkritiker gleichzeitig auch Rassist ist.

Islam ist kein genetisches Merkmal einer Gruppe. Niemand wird mit einem Islamgen geboren. Es gibt ca. 1.6 Milliarden Muslime auf der Welt, verteilt auf allen Kontinenten und somit fast alle ethnischen Gruppen. Wir würden einen Antikapitalisten, einen Antifaschisten etc. nie Rassist nennen. Hinzuweisen ist auch auf die in Deutschland sehr beliebte Kritik an Scientology. Niemand würde jedoch auf die Idee kommen, Kritiker von Scientology als Rassisten zu verunglimpfen. Im Gegenteil, wir würden sie für den Mut loben, sich dieser mächtigen Institution entgegenzustellen und ihre Fehler aufzudecken. Ebenso kritisieren gerade wir Europäer die evangelikalen Christen des amerikanischen Biblebelt für ihre Ablehnung der Evolution gerne aufs Schärfste. Ist das Rassismus, oder gesunder Menschenverstand? Übrigens lehnt auch Erdogans AKP die Evolution ab.

Islamkritik ist nicht mit Antisemitismus zu vergleichen

Gerade hierin unterscheidet sich Islamkritik entscheidend vom Antisemitismus. Der Vergleich der beiden ist ein intellektueller Offenbarungseid. Natürlich hat Herr Augstein diesen in seiner Kolumne geleistet.

Antisemitismus war nie Ideologie- oder Religionskritik. In seiner rationalsten Form versuchte er Rückschlüsse aus feststellbaren Tatsachen, wie der überproportionalen Zugehörigkeit zu gewissen Berufsgruppen, zu ziehen. In seiner absurdesten, und vermutlich verbreitetsten Form, wurden einfach Schaudergeschichten erfunden („Die Protokolle der Weisen von Zion“ etc.). Diese Vorurteile trafen „den Juden“ unabhängig von seiner persönlichen Einstellung zum Glauben. Selbst bei Abwendung von der jüdischen Kultur und absolutem Bekenntnis zu Deutschland (bzw. anderer Länder). Es wurden ihm Merkmale basierend auf seiner ethnisch-kulturellen Herkunft zugewiesen. Insofern war es den meisten Antisemiten, allen voran natürlich den Nazis, egal, ob ein Jude zum Christentum konvertierte oder nicht. Selbst wenn bereits seine Großeltern konvertierten, konnte er sich der Verfolgung nicht entziehen.

Antisemitismus ist daher klassischer Rassismus. Islamkritik ist dies bis heute nicht. Selbst die härtesten Islamkritiker des Landes schreiben arabischen Atheisten, Agnostikern, Christen, Konvertiten oder anderen religiösen Minderheiten aus islamischen Ländern nicht die selben Merkmale zu wie den Anhängern des islamischen Glaubens. Dabei orientiert sich die Islamkritik meist an seinen heiligen Büchern oder den religiösen Führern. Ein Äquivalent zu den „Protokollen der Weisen von Zion“, der Geschichte des Brunnen vergiftenden Juden oder des Tötens christlicher Jungen zur Gewinnung von Blut zur Zubereitung von Matzen gibt es nicht.

Nazis sind keine „Islamfeinde“, sondern „Islamfreunde“

Auch die ewige Gleichsetzung von Islamkritikern mit Nazis, Neonazis oder Rechtsradikalen ist absurd. Hitler und Himmler waren große Freunde der „Muselgermanen„. Hitler verband eine langjährige Freundschaft mit dem Jerusalemer Großmufti Amin al-Husseini. Besonders hinsichtlich des Hasses auf die Juden war man sich einig. Ziel sei es lediglich, das Judentum des arabischen Raums zu vernichten, den Arabern versprach man Unterstützung bei ihren Freiheitsbestrebungen.

„Nur beim römischen Weltreich kann man sagen, dass die Kultur ein Faktor war. Auch das Regime der Araber in Spanien war etwas unendlich Vornehmes : die grössten Wissenschaftler, Denker, Astronomen, Mathematiker, einer der menschlichsten Zeiträume, eine kolossale Ritterlichkeit zugleich. Als dann später das Christentum dahin kam, da kann man nur sagen: die Barbaren. Die Ritterlichkeit, welche die Kastilier haben, ist in der Wirklichkeit arabisches Erbe. Hätte bei Poitiers nicht Karl Martell gesiegt : Haben wir schon die jüdische Welt auf uns genommen – das Christentum ist so etwas Fades-, hätten wir viel eher noch den Mohammedanismus übernommen, diese Lehre der Belohnung des Heldentums: der Kämpfer allein hat den siebenten Himmel ! Die Germanen hätten die Welt damit erobert, nur durch das Christentum sind wir davon gehalten worden.“ – Hitler’s Table Talk 1941-1944, Enigma Books, 2000, S. 607, ISBN 1929631480

Es ist also alles andere als korrekt bei Menschen, die dem Islam kritisch gegenüber stehen, von „Nazis in Nadelstreifen“ zu sprechen.

Islamisierung ist eine Tatsache und keine Meinung

Darüber hinaus hängt Herr Augstein der Meinung an, über die Tatsache der Islamisierung ließe sich diskutieren wie über jede andere Geschmacksfrage. Unter Heranziehung falscher „Fakten“, denn der Anteil der Muslime an der deutschen Bevölkerung wird bereits 2030 und nicht erst 2050 bei 7% erwartet, sagt er:

„“Islamisierung“ fällt also aus“

Was für ein geistiger Kurzschluss, hat er doch indirekt selbst geschrieben, dass eine Islamisierung stattfindet.

Natürlich will Herr Augstein den Begriff Islamisierung als einen absoluten verstehen. Islamisierung = Zwangskonvertierungen schon morgen. Denn so lässt er sich leichter ins Lächerliche ziehen. In Deutschland sind keine größeren Auswirkungen einer Islamisierung zu spüren, solange der Anteil der Muslime verhältnismäßig klein bleibt. Vor allem eine Einführung der Scharia wird man wohl nicht mehr erleben. In der Tat sind wir davon selbst bei 7 oder 10% noch sehr weit entfernt und es ist nicht gesagt, ob dies jemals, selbst bei muslimischer Mehrheit geschähe. Allerdings ist der Begriff der Islamisierung gerade kein absoluter. Wie die meisten „-isierungen“. Wer von der Liberalisierung des Fernverkehrs spricht, meint damit auch keinen rechtsfreien Raum nach Wildwestmanier. Lediglich die Aufhebung gewisser Restriktionen.

Wenn der Anteil der Muslime an der Gesellschaft steigt, so islamisiert sie sich. Genauso wie das Bild des „bunten Deutschland“ gerne herangezogen wird, ohne dass Deutschland dadurch auf einen Schlag eine multi-ethnische Gesellschaft wie bspw. Brasilien oder die USA wird. Daran ändert die Geschwindigkeit dieses Prozesses nichts an seiner tatsächlichen Existenz. Zumal Zukunftsprognosen immer mit Vorsicht zu genießen sind. Die bisherigen Prognosen haben die Krisen in Syrien, Irak etc. meist noch nicht berücksichtigt.

Für jeden dürfte selbst ohne Studium wissenschaftler Beiträge zum Thema offensichtlich sein, dass das Deutschland des Jahres 2014 islamischer ist als das Deutschland des Jahres 1990. Nicht nur die Zahl der hier lebenden Muslime ist deutlich gestiegen, auch die Zahl von Moscheen, Kulturvereinen, halal Supermärkten und weiteren am Bedarf von Muslimen ausgerichteter Einrichtungen.

Der Fakt der Islamisierung ist aber natürlich von der Wertung derselben zu unterscheiden. Sie, Herr Augstein, dürfen selbstverständlich anderer Ansicht sein als die Pegida-Demonstranten. Eine Islamisierung muss man nicht zwangsweise ablehnen, im Gegenteil, gläubige Muslime werden diese natürlich begrüßen, auch viele nicht Muslime werden damit kein Problem haben. Einige aber schon und dagegen ist nichts einzuwenden. Die wachsende Zahl an Atheisten und Agnostikern zeigt, dass immer mehr Menschen Religionen im Allgemeinen ablehnen. Sind diese Menschen deswegen Fremdenfeinde?

Insofern ist es auch nicht verwunderlich, dass die Proteste ihren Ausgang in Ostdeutschland nahmen. Ostdeutschland gilt dem Guardian als gottlosester Ort der Welt. Dass der Glauben auch in Deutschland wieder stärker in den Fokus gerät, ist maßgeblich auf Muslime zurückzuführen. Die Entwicklung hin zu einer gläubiger werdenden Gesellschaft kann man mit rationalen und nicht fremdenfeindlichen Argumenten kritisch betrachten.

Islamkritik ist legitim

Natürlich will Herr Augstein, wieder unter der unsäglichen Gleichsetzung mit dem Antisemitismus, belegen, dass Islamkritik völlig irrational sei.

„Das Ressentiment sucht sich seinen Weg allein. Für ihren Hass auf Muslime brauchen deutsche Spießer die Abweichung des Islam ebenso wenig wie die Antisemiten für ihren Hass gegen die Juden irgendwelche Neuigkeiten aus Israel.“

Der Koran ist nicht Pippi Langstrumpf. Wer sich mit ihm beschäftigt, das Leben des Propheten studiert, die Hadithe liest, wird schnell feststellen, dass die Handlungen der Islamisten nicht notwendigerweise gegen das heilige Buch verstoßen. Ungläubige werden auf fast jeder Seite beleidigt, Kampfhandlungen verherrlicht und eine strikte Trennung zwischen Muslimen und Ungläubigen propagiert.

Der Schwertvers ist nur ein Teil des fünften Verses der 9. Sure (Surat at-Tauba) des Korans. Dort heißt es:
„Und wenn nun die heiligen Monate abgelaufen sind, dann tötet die Heiden, wo (immer) ihr sie findet, greift sie, umzingelt sie und lauert ihnen überall auf!“
In der Fortsetzung heißt es dann:
„Wenn sie sich aber bekehren, das Gebet verrichten und die Almosensteuer geben, dann lasst sie ihres Weges ziehen!“
– Übersetzung: Rudi Paret (Quelle: Wikipedia)

Natürlich herrscht auch in der islamischen Rechtslehre eine lebhafte Diskussion über diesen Vers und viele lehnen ihn als Rechtfertigung für Gewalthandlungen ab. Hier soll keine breite Debatte über den Koran geführt werden, es soll lediglich verdeutlicht werden, dass Islamkritik nicht an den Haaren herbeigezogen ist, sondern seine Begründungen in den vielen problematischen Stellen islamischer Primärliteratur und der bisher mangelhaften Aufarbeitung in der islamischen Welt findet. Es ist kein Zufall, dass die Zuwendung zum Islam andere Auswirkungen hat als eine völlige Hingabe zum Buddhismus. Anders als unter Christen, finden sich viele Hunderttausend Muslime weltweit, die die problematischen Zeilen ihrer heiligen Schrift wörtlich nehmen und monatlich Tausende Menschen im Namen ihrer Religion töten.

Die derzeitigen Entwicklungen in der islamischen Welt lassen ebenfalls begründete Zweifel aufkommen, ob die negativen Entwicklungen nicht doch im Islam begründet sind. Genau wie wir die Probleme der katholischen Kirche nicht dieser zur Selbstbesserung überlassen, sondern konkret die in der katholischen Organisationsstruktur begründeten Risiken aufgezeigt haben, um endlich auch den Papst zu einer Reaktion zu zwingen (juristisch wie durch gesellschaftlichen Druck), wird es Zeit, auch den Islam, egal in welcher Ausprägung, für seine weltlichen Auswirkungen verantwortlich zu machen. Es ist niemandem damit gedient, wenn man jede Kritik unter Hinweis auf Millionen friedlicher Muslime wegwischt. Dies hat die katholische Kirche lange genug versucht.

Es darf dabei auch nicht außer Acht gelassen werden, dass der Konflikt mit dem Islam kein westliches Phänomen ist, welches man mit der imperialen Vergangenheit abtun kann. Einerseits sind Europäer ebenso „Opfer“ muslimischer Großmachtbestrebungen (fast 500 Jahre andauernde arabische Herrschaft über Spanien und Sizilien, osmanische Herrschaft über Südosteuropa etc.), andererseits stehen weitere große Kulturkreise auch im Konflikt mit dem Islam. Indien und Pakistan, Russland mit den Tschetschenen, China und die Uiguren, Myanmar, Philippinen etc.

Falsche Dichotomie – Weil nur eine Minderheit radikal ist, ist die Mehrheit nicht gleich freiheitlich demokratisch

Es wird immer wieder gerne in den Raum geworfen, dass nur eine vernachlässigbar kleine Minderheit der Muslime radikal ist und die große Mehrheit friedlich unter und mit uns leben will. Diese vereinfachte Darstellung lässt sich so allerdings nicht belegen (ausführliche Studie zu Ansichten zur Gewalt im Namen des Islam). Danach ist die Zahl der radikalen Muslime nicht im Promille, sondern je nach Auslegung und Land im oberen ein- bis unteren zweistelligen Prozentbereich einzuordnen. Die Integrationsstudie 2012 des Innenministeriums besagte, dass 20% der Muslime in Deutschland den Westen ablehnen und streng religiös sind. 48% der nichtdeutschen Muslime haben starke „Seperationsneigungen“. In Westeuropa denken 65% der Muslime, dass religiöse Regeln wichtiger seien als weltliche. Ebenso wollen mehr als die Hälfte der Muslime keine homosexuellen Freunde und über 40% sagen, dass man Juden nicht trauen kann.

Solche Umfragen sind natürlich immer angreifbar, variieren stark von Jahr zu Jahr und lassen sich leicht durch die Fragestellung beeinflussen. Handfester sind da die Wahlergebnisse in der islamischen Welt. In Deutschland holte Erdogan bei den türkischen Wählern 80% der Stimmen. Insgesamt erreichte er 52%. Vielfach wird vergessen, dass Erdogan ein lupenreiner, wenn auch moderater, Islamist ist. Er war ranghohes Mitglied zweier für verfassungsfeindlich erklärter Parteien und wurde rechtskräftig zu einer Haftstrafe wegen verfassungsfeindlicher, islamistischer Äußerungen verurteilt. Es ist kaum anzunehmen, dass man eine absolute Mehrheit für eine neugegründete Partei von Udo Voigt in der Presse gelassen hinnehmen würde, ohne an der geistigen Gesundheit des Wählers zu zweifeln. Im Gazastreifen gewann die radikalislamische Hamas, die sich bereits Jahre zuvor zu dutzenden Selbstmordattentaten bekannte, die absolute Mehrheit. In Ägypten holten die Muslimbrüder und die Salafisten zusammen 3/4 der Stimmen. Auch im durchaus positiv herausstechenden Tunesien haben die Muslimbrüder bei den Wahlen 2011 37% und 2014 27% gewinnen können. Der deutsche Verfassungsschutz betrachtet die Muslimbruderschaft als verfassungsfeindlich, in Ägypten wurde sie verboten und als Terrororganisation eingestuft. Ihr palästinensischer Ableger, die Hamas propagiert Folgendes Zitat offen in ihrer Charta:

„Die Stunde des Gerichtes wird nicht kommen, bevor Muslime nicht die Juden bekämpfen und töten, so dass sich die Juden hinter Bäumen und Steinen verstecken und jeder Baum und Stein wird sagen: ‚Oh Muslim, oh Diener Allahs, ein Jude ist hinter mir, komm und töte ihn!’“ – Sahih Muslim Buch 41, Nummer 6981,[44] zitiert in Artikel 7

Atheisten werden in großen Teilen der islamischen Welt immer stärker bekämpft  Auch in vermeintlich toleranten islamischen Musterstaaten wie Malaysia und Indonesien. Der malayisische Ministerpräsident hat sich gar dazu herabgelassen, Atheismus und Liberalismus als „teuflisch“ zu bezeichnen. Christen werden in vielen islamischen Ländern verfolgt, jüdische Gemeinden gibt es in der islamischen, vor allem arabischen Welt kaum noch (zur Entwicklung in der Türkei). Von Zuständen in islamischen Gottesstaaten wie Saudia Arabien und dem Iran ganz zu schweigen.

Es ist daher, egal wie gerne wir es auch hören würden, ein Trugschluss, nur zwischen einer kleinen radikalen Minderheit im Promillebereich und einer großen Gruppe toleranter und weltoffener Muslime zu unterscheiden. Diese gibt es, aber sie sind ebenfalls eine Minderheit. Ein großer Teil der Muslime, egal ob in Europa oder mehrheitlich muslimischen Ländern, teilt die Werte einer offenen und toleranten Gesellschaft nach allen vorliegenden Daten nicht. Zumal tolerante Muslime vermutlich nicht wegen, sondern trotz des Islam tolerant sind.

Fazit

Islamkritik ist Ideologiekritik, kann daher nicht rassistisch sein. Genauso ist die Islamisierung ein nicht zu bestreitender Fakt.

Man kann intensiv über Ursachen, Wertungen und Entwicklungen streiten. Als weltoffener und toleranter Bürger muss man den Islam jedoch kritisch betrachten. Ein von einem breiten gesellschaftlichen Konsens getragener liberaler Islam ist keine Realität, sondern höchstens Zukunftsprojekt. Es ist falsch, wie Hannelore Kraft es tut, einen Gegensatz zwischen Islamkritik und Weltoffenheit zu sehen. Die Rechte Andersgläubiger, Homosexueller und Frauen sowie die Pressefreiheit sind kaum sonst so in Gefahr oder nicht existent wie in der islamischen Welt.

Dass bei den Demonstrationen auch Rechtsradikale, Rassisten und Fremdenfeinde mitlaufen ist zu bedauern, aber kein Beleg dafür, dass die Mehrheit der Demonstranten ebenso denkt. Es ist vielmehr traurig, dass man das achtbare Ansinnen, die Missstände des Islam offen anzusprechen, den Rechten überlässt. Denn gerade die Gleichstellung der Frau, Homosexueller und der Wunsch nach einer pluralen Gesellschaft sind normalerweise Kernanliegen Linker, die gegen jeden Widerstand verteidigt werden.

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