Zur Zuwanderungsdebatte – Die CSU und die Rumänen

Posted on 24. Januar 2014

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Eigentlich hatte ich mir für dieses Jahr zum Vorsatz gemacht, mich weniger über abstrakte politische Debatten aufzuregen und mich mehr dem zu widmen, was ich tatsächlich beeinflussen kann und was mich in meiner Lebenswirklichkeit berührt. Aber wie es mit den guten Vorsätzen so ist, muss man sie früh im Jahr meist aufgeben.

Ein privates Gespräch hat mal wieder die Hutschnur platzen lassen. Es ist meist die selbe Klientel, die ihr privates Umfeld als Vergleichsgruppe gelten lässt, aber alle anderen (wissenschaftlichen) Erkenntnisse, Erfahrungen und private Erlebnisse völlig ausblendet oder in ihrem Sinne uminterpretiert. Es ging um die Frage, wie sich ein bedingungsloses Grundeinkommen von 1.000€ gesellschaftlich auswirken würde. So weit, so spannend. Der leichte Hinweis, dass dies im vereinten Europa aber die Frage aufwirft, ob diese Leistung allen EU-Bürgern zu Gute kommen solle oder nicht, brachte aber bereits die ewig gleichen Reflexe hervor.

1. „Haben wir nicht gerade erst gelesen, dass Ausländer mehr Zahlen als Deutsche?“
2. „Wie ich dir doch gesagt habe, wollen alle Menschen arbeiten. Missbrauch wird es also kaum geben.“

  1. Nein, das haben wir nicht gerade gelesen. Die Artikel, auf die wohl Bezug genommen wird, besagen, dass die Erwerbstätigenquote unter Ausländern höher ist als unter Deutschen. Nicht mehr und auch nicht weniger. Hinzu kommt, dass Zuwanderung in Deutschland auch finanziell positiv verläuft, da im Schnitt pro Zuwanderer 2.000€ mehr in die Staatskassen ein- als ausgezahlt werden. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass Ausländer dennoch wesentlich häufiger arbeitslos sind als Deutsche. Das klingt erstmal widersprüchlich, wo doch die Erwerbstätigenquote höher ist als unter Deutschen, das erklärt sich aber unter anderem dadurch, dass mehr Deutsche vom Einkommen des Ehegatten oder anderen Einkünften leben und viele Zuwanderer alleine ins Land kommen um zu arbeiten.
  1. Es mag dem Menschen ein Bedürfnis sein, Arbeit zu haben. Ob ihm dies möglich ist, orientiert sich aber mehr an der Realität, als seinen Wünschen. Wenn plötzlich 10 Mio. Menschen zuwandern würden, dann wäre es schwer geeignete Arbeitsstellen für sie zu finden. Zumal die entsprechend nach regionalem Hintergrund aufgeschlüsselten Statistiken zeigen, dass nicht jede Zuwanderergruppe gleich am Arbeitsmarkt partizipiert. Dies geht meist mit den Bildungsindikatoren einher. Denn ohne Schulabschluss und Berufsausbildung wird es generell schwer einen Arbeitsplatz zu finden, egal wie sehr man es sich wünscht. Hier lassen die entsprechenden Artikel übrigens auch gerne aus, dass nicht nur mehr Zuwanderer einen Hochschulabschluss haben als Deutsche, das stimmt, die Zahl der Zuwanderer ohne Schulabschluss ist aber ebenso höher als die der Deutschen.

Wieso muss die von der CSU angestoßene Zuwandererdebatte also so dogmatisch geführt werden? Sollten wir uns nicht eher freuen, dass selbst eine der konservativsten Parteien Deutschlands grundsätzlich für Zuwanderung ist, sie sich lediglich Gedanken über die Art der Zuwanderung macht?

Zehn Spiegel und Zeit Artikel, die uns fesch geföhnte und hoch gebildete Rumänen und Bulgaren präsentieren, täuschen nicht darüber hinweg, dass daneben auch noch eine andere Art der Zuwanderung im Gange ist, glücklicherweise nicht die Regel, die sowohl die Staatskasse, aber auch die Ordnungspolitiker vor Probleme stellt. Wenn Parks in Berlin und Häuser in Duisburg besetzt werden und bundesweit die Zahl der Bettler und Zuwanderer in die Sozialsysteme (ja, auch wenn sie die Ausnahme sind, gibt es sie wirklich!) steigt, dann ist die Benennung dieser Fakten doch kein bedienen rechtsradikaler Ressentiments, sondern die berechtigte Sorge um den Fortbestand des Sozialstaats und den sozialen Frieden.

Die Deutschen sind mittlerweile mehrheitlich für Zuwanderung. Das ist doch eine positive Nachricht. Wieso müssen die Linken in diesem Lande also alles daran setzen, die Deutschen wieder mit dem Vorhalt des Rassismus dazu zu bringen, auch die negativen Seiten der Zuwanderung zu schlucken? Jedes Einwanderungsland dieser Erde ist darum bemüht möglichst qualifizierte Zuwanderer anzuwerben und solche, die dem Gemeinwesen zur Last fallen, raus zu halten. Das ist kein Rassismus, sondern gesunder Menschenverstand.

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