Warum Europa in der Flüchtlingspolitik strenger sein sollte

Posted on 8. Oktober 2013

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Heute Morgen wurde im ARD Morgenmagazin über die erschreckenden Ereignisse vor Lampedusa berichtet, bei denen weit über 100 Flüchtlinge ums Leben kamen. Dazu wurde Wolfgang Jamann von der Welthungerhilfe interviewt, der Europa ermahnte, endlich mehr Flüchtlinge aufzunehmen und seine Flüchtlingspolitik grundsätzlich zu überdenken. Die EU habe mehr als 500 Millionen Einwohner, da könne man ohne Weiteres 300.000 Flüchtlinge aufnehmen.

Zunächst klingt dies einleuchtend. Was sind schon 300.000 Menschen im Vergleich zu 500 Millionen? Allerdings wird in diesem Zusammenhang immer vergessen, dass diese 500 Millionen Menschen das Europa darstellen, welches in den letzten 100 Jahren gewachsen ist. In der EU kommen jedoch nur 5,2 Millionen Kinder jährlich zur Welt. Da Flüchtlinge nicht einmalig, sondern jährlich aufgenommen werden sollen, stellen 300.000 Flüchtlinge mehr als 6% der jährlich „neu hinzukommenden“ Bevölkerung dar.

6% ist eine nicht zu vernachlässigende Zahl und der Öffentlichkeit wesentlich schwerer zu vermitteln, als 300.000 auf 500 Millionen. Hinzu kommt die Frage, was die Aufstockung der Aufnahme von Armutsflüchtlingen auf 300.000 bewirken soll. Von den 1,033 Mrd. Einwohnern Afrikas ist die weit überwiegende Mehrheit ärmer als selbst die Armen Europas. Jährlich werden in Afrika laut CIA World Factbook 36 Mio. Kinder geboren. Selbst 300.000, oder gar 5 Millionen, würden da nur einen Tropfen auf den heißen Stein bedeuten. Die Zahl der Flüchtlinge, die unter Einsatz ihres Lebens versuchen von Afrika nach Europa überzusetzen, würde sich wahrscheinlich nicht verringern.

Es ist viel mehr anzunehmen, dass durch eine großzügigere Flüchtlingspolitik zwar die Gewissen einiger Leute beruhigt würden, aber gleichzeitig die Hoffnung von Millionen Afrikanern gestärkt und genährt würde, es irgendwann nach Europa zu schaffen. Dadurch wird die Zahl der Toten im Mittelmeer nur steigen. Wir sollten daher eine noch rigidere Flüchtlingspolitik verfolgen, nicht aus Gleichgültigkeit oder Verachtung den Flüchtlingen gegenüber, sondern zu ihrem Schutz. Niemand geht auf ein sündhaft teures Angebot von Schleppern ein, wenn es aussichtslos ist, das Ziel je zu erreichen.

Es ist wie mit der Entwicklungshilfe, die gut gemeint ist, aber oft verheerende Folgen hat. Wir Europäer müssen aufhören zu glauben, dass wir Afrikas Probleme lösen könnten. Afrika ist bevölkerungsreicher und wesentlich geburtenstärker als es die EU ist. Selbst beim besten Willen könnten wir dort keine besseren Bedingungen schaffen. Dies geht nur durch die Kraft der Afrikaner vor Ort. 

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