Sparzwang in der Euro-Krise und die deutsche Schuld

Posted on 25. März 2013

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Die Euro-Krise zieht sich mittlerweile länger, als selbst dem ausdauerndsten Beobachter lieb sein kann und die Bilder in den Nachrichten ähneln sich Jahr für Jahr. Protestierende Südländer, die durch ihre sonnigen Gassen strömen und den deutschen die Schuld an ihrer Situation geben.

Zugegeben, Merkel öffnet die Schatulle nicht so schnell, wie es den Südländern und einigen Investoren und keynesianischen Volkswirten lieb wäre, aber sie öffnet sie schneller, als den meisten nordeuropäischen Steuerzahlern lieb ist. Denn wir wissen, hinter jedem harten “NEIN” steht einige Wochen später ein großzügiger Scheck in Milliardenhöhe. Geld, das wir nie wieder sehen werden. Egal, was Schäuble auch immer sagen mag, jedes Krisenland weiss, dass es im letzten Moment auf die „Solidarität“ der anderen Europäer vertrauen kann.

Dennoch erfahren wir keine Dankbarkeit. Im Gegenteil. Die Situation dort unten ist nicht schön und ich kann mir nicht ausmalen, wie ich mich fühlen würde, wenn meine Familie und ich ähnliches durchleben müssten. Aber ohne die Deutschen sähe es dort nicht besser aus. Sobald ein deutscher Politiker darauf hinweist, dass gewisse selbstgewählte Geschäftsmodelle und Versäumnisse einen gehörigen Anteil an der Misere haben, wird ihm entgegengeworfen, dass man sich gefälligst aus den inneren Angelegenheiten anderer souveräner Staaten heraushalten solle. Denn schliesslich könnte man auch viel über das schädliche deutsche Exportmodell und “Lohndumping” sagen. So geschieht es auch wöchentlich. Die internationalen Zeitungen sind voll von Schuldzuweisungen, die immer Merkel oder Deutschland allgemein treffen. Ob nun von Juncker, Lagarde oder wem auch immer.

Der große Unterschied, viel zu selten beachtet, besteht aber in folgender Ausgangssituation:

Deutschland braucht keine Finanzhilfen von anderen Staaten! Trotz aller Widrigkeiten der letzten Jahrzehnte, Wiedervereinigung, demographischer Wandel, rigider Arbeitsmarkt, globale Konkurrenz, Finanz-, Wirtschafts- und Währungskrise etc., kann Deutschland sich dank hoher Steuern vergleichsweise solide selbst finanzieren.

Griechenland und Zypern genossen die selben Freiheiten in ihrer Finanzplanung. Genau bis zu dem Punkt, an dem sie fremde Staaten um finanzielle Hilfe baten. Niemand kann erwarten, dass Länder, die Finanzhilfen in Höhen ohne historische Vergleiche erhalten, danach völlig frei mit dem Geld umgehen können. Sollen die Geberländer zusehen, wie die Griechen weiterhin einen großzügigen Sozialstaat und aufgeblähten und ineffektiven Staatsapparat aufrechterhalten, während die eigenen Wähler zu Hause immer stärkere Einschnitte hinnehmen müssen?

Wer frei sein will, sollte so leben, dass er sich nicht in Abhängigkeiten begeben muss. Wer sich selbst finanziert und keinem auf der Tasche liegt, muss auch keine Einmischung fremder „Mächte“ fürchten. Finnland wurde von Merkel bisher verschont, wie man hört.

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