Wie Herr Sezer die Zukunft sieht – türkische Abgrenzung

Posted on 17. Januar 2013

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„Der Türke wird nicht zum Deutschen. Er wird sich nicht in einer völkischen Ursuppe bis zur Unkenntlichkeit auflösen. Vielmehr verschmilzt er mit der deutschen Gesellschaft: Das Deutsche wird das Türkische prägen wie das Türkische das Deutsche verändern wird. Strukturelle Assimilation nennen Soziologen das. Die Sarrazin’sche These, wonach Deutschland sich abschaffe, wird nicht eintreten: Es wird ein neues Wir entstehen, dessen Konturen wir heute deutlich erkennen können.“

 

Kamuran Sezer schreibt im Tagesspiegel, dass er ein Türke mit deutschem Pass ist und dass sich daran auch nichts ändern wird, denn wie sollte er „Deutscher“ werden?

Weil vor allem Türken dies nicht zu gelingen scheint, immer mehr Zuwanderern aus anderen Teilen der Erde aber schon, wird dem „Türken“ auch so viel Misstrauen entgegengebracht. Wir können akzeptieren, dass Türken die durch den deutschen Rechtsstaat gewährleisteten Freiheiten dazu nutzen, hier einen türkischen Außenposten zu errichten, gutheißen müssen wir es aber nicht.

Wer sein türkisches Netzwerk sozialer und kultureller Einrichtungen so sehr hervorhebt, grenzt sich gleichzeitig von bestehenden Strukturen aus. Wer in Scharen zu Propaganda-Veranstaltungen Erdogans geht, dort die türkische Nationalhymne singt und die türkische Flagge schwenkt, aber den deutschen Pass nutzt um Reisefreiheit, Krankenversicherung und andere Annehmlichkeiten abzugreifen, zollt seiner neuen Heimat wenig Respekt.

Daraus erwächst kein neues Wir, sondern eine gespaltene Gesellschaft. Ein Deutschland, in dem die Deutschen und zugewanderte Neu-Deutsche gemeinsam Strukturen nutzen und schaffen und eines, in dem Türken mit deutschem Pass leben.

Es bleibt zu hoffen, dass diese Ansicht nicht der Mehrheitsmeinung der hier lebenden „Türken mit deutschem Pass“ entspricht. Ansonsten bleibt nur zu Fragen:

Warum glaubt ihr, dass es sinnvoll und erstrebenswert ist, die Strukturen und Traditionen der alten Heimat zu erhalten, sich von der neuen Heimat abzugrenzen, wenn eure Vorfahren doch in Scharen aus diesen Verhältnissen hierher geflüchtet sind?

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