Reaktion auf Massaker: Obama fordert Studie zu Gewaltbüchern

Posted on 17. Januar 2013

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Nachdem sich Obama der Waffenlobby angenommen und striktere Waffengesetze durchgesetzt hat, fordert er nun, dass eine weitere Quelle der Gewalt angegangen werden muss. „Der Kongress wird eine Studie finanzieren, in der die Auswirkungen von gewalthaltigen Büchern auf junge Gemüter untersucht werden“, sagte Obama in einer Rede im Weißen Haus. Für diese Untersuchung beantragte er kürzlich 10 Millionen US-Dollar beim Kongress. Seine Forderung wird von vielen Senatoren und Kongressmitgliedern unterstützt.

Zwar stehe der Präsident neuen Medien offen gegenüber, Bücher würden aber bei einigen Jugendlichen dazu führen, dass sie weniger Zeit mit anderen Hobbys verbringen und ihre Freunde vernachlässigen, so ein Sprecher des Weißen Hauses. Oft werden Hausaufgaben vernachlässigt, weil Jugendliche ihre Zeit lieber mit einem „spannenden“ Buch verbringen würden. Bekannt sind auch die Bilder von erkennbar Minderjährigen, die um Mitternacht Buchhandlungen stürmen, um eines der ersten Exemplare des nicht ganz gewaltfreien Fantasy-Epos „Harry Potter“ zu ergattern. Ziel müsse es sein, eine Balance zu schaffen und Jugendlichen die negativen Folgen ihres Lesens aufzuzeigen.

Darüber hinaus sieht der Präsident auch die Rolle der Medien in diesem Zusammenhang kritisch. Die meisten Zeitungen würden ihren Lesern wöchentlich neue Bücher empfehlen und in Filmen und TV-Serien werden Kinder, die Nachts noch mit einer Taschenlampe in ihrem Bett ein Buch lesen, als intelligent und liebenswürdig dargestellt. Wenn die Gesellschaft dieses Problem erfolgreich bewältigen wolle, dann müssten alle Kräfte zusammenarbeiten, so Obama in seiner Rede.

Der Präsident hat erkannt, dass es sich beim Lesen schon lange nicht mehr nur um ein Randphänomen handele. Neue Begriffe tauchen auf, wie Bücherwurm oder Leseratte. Beide verdeutlichen, dass es sich beim übermäßigen Lesen aber gerade nicht mehr um menschliches Verhalten, sondern etwas entartetes, tierisches handelt. Die Innenstädte sind mittlerweile voll von Buchhandlungen und viele Leser isolieren sich in ihren Zimmern oder in so genannten Bibliotheken, Orte, an denen abertausende Bücher lagern. Unter anderem auch gewaltverherrlichende Schauergeschichten der Gebrüder Grimm, in denen Kinder gegessen und Menschen reihenweise abgeschlachtet werden. Umso mehr drängt eine Klärung der Auswirkungen dieser Bücher auf die Jugend des Landes.

Mitte Januar 2013 hatte sich US-Vizepräsident Joe Biden mit Vertretern der Buchbranche getroffen, um unter anderem über Gewaltinhalte zu reden und daraus Vorschläge für Obama und andere Initiativen zu machen. Biden ist insgesamt recht gnädig mit der Buchbranche umgegangen – an der Verbesserung ihres Images sollte sie aber arbeiten.

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