Die Frauenquote und ihr logischer Fehler

Posted on 28. November 2012

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In der Debatte um die Frauenquote und andere Missstände im Geschlechterverhältnis werden uns zwei Aussagen immer wieder als Tatsachen präsentiert:

  1. Frauen haben nicht die selben Aufstiegschancen wie Männer
  2. Frauen verdienen bei gleicher Qualifikation und Arbeit deutlich weniger als Männer

Nach kurzer Überlegung müsste jedem auffallen, dass hier etwas nicht stimmen kann. Man könnte etwas präziser sogar von einem Widerspruch sprechen. Welches Unternehmen stellt bei gleicher Qualifikation und Arbeit eine teurere Arbeitskraft an, nur weil die männlich ist? Kein rational denkender Vorgesetzter würde so handeln. Denn bis zur Führungsebene eines Unternehmens sind die meisten Mitarbeiter reine Verfügungsmasse, selten wird wirklich wert auf die Person gelegt, man möchte in Unternehmensberatungen, Großkanzleien, Versicherungen und Konzernen am liebsten intelligente Hamster, die ihre Arbeit gut und schnell verrichten, aber mehr auch nicht. Das könnten Frauen nach oben genannten Aussagen ebenso gut, aber deutlich günstiger. Der Gewinn würde steigen, die Aktionäre jubeln und es würde mehr in den Taschen der Männer in Führungspositionen landen. Wieso einem männlichen Berater 100.000€ zahlen, wenn eine Frau für 70.000€ dabei ist?

Vielleicht verdienen Männer ja einfach mehr, weil sie im Durchschnitt auch deutlich länger arbeiten. Eine weibliche (!) Forscherin des Instituts für Arbeit und Qualifikation der Universität Duisburg-Essen hat in einer Studie festgestellt, dass Frauen nur ungefähr halb so oft Überstunden machen und 8 Wochenstunden weniger arbeiten. Männer arbeiten danach im Schnitt 40,3, Frauen „nur“ 32,3 Stunden pro Woche. Es könnte sein, dass einige Arbeitgeber ihre Bezahlung auch von den geleisteten Arbeitsstunden abhängig machen. Habe ich zumindest mal gehört…

Mir drängt sich der Eindruck auf, dass durch die Quote und die ständige mediale Berieselung den Frauen etwas per Gesetz bzw. antrainiertem schlechten Gewissen gegeben werden soll, wofür andere bisher hart kämpfen mussten. Die wenigsten Männer rutschen ohne Leistung erbracht zu haben in Führungspositionen. Meistens sind sie der Lohn für jahrelange harte Arbeit, viele Überstunden und private Entbehrungen. Männer scheinen das eher in Kauf zu nehmen als Frauen. Ist das schlimm?

Dass Frauen dennoch und zum Glück alle Wege offen stehen, zeigen Persönlichkeiten wie Angela Merkel, Ilse Aigner, Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, Kristina Schröder, Ilse Aigner, Annette Schavan, Regine Stachelhaus (Vorstand EON), Claudia Nemat (Telekom), Brigitte Ederer (Siemens), Christine Homann-Dennhardt (Daimler), Kathrin Menges (Henkel), Margret Suckale (BASF), Barbara Kux (Siemens) und etliche weitere.

Der Anteil an Frauen in höchsten Entscheidungsgremien börsennotierter Unternehmen ist übrigens nur in Norwegen (40,1%), Schweden (27,3%) und Finnland (24,5%) deutlich höher als bei uns, mit 11,2%. In Norwegen liegt es daran, dass die Quote dort bereits in Kraft ist und die skandinavischen Länder allgemein ein Arbeitsmodell verfolgen, das auch in Führungsebenen auf geringere Wochenarbeitsstunden setzt und somit Frauen vielleicht mehr „anspricht“.

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