Gaza und seine dichte Besiedelung

Posted on 19. November 2012

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Immer wieder liest man den Vorwurf, Israel greife den Gaza streifen trotz seiner dichten Besiedelung an. Da sind Kollateralschäden und zivile Opfer doch unvermeidlich. Manchmal ereifern sich Kommentatoren auch dazu, Gaza als den dichtbesiedeldsten Landstrich überhaupt darzustellen oder durch einen Verweis auf die Bevölkerungsdichte den Schluss nahezulegen, die Menschen dort seien einem Lager ähnlich eingepfercht. Man könne dort nicht leben, allenfalls nur hausen. So auch gerade wieder Jakob Augstein in seiner Spiegel Kolumne „Gesetz der Rache“.

Seinen Angaben nach leben dort 1,7 Millionen Menschen auf 360 Quadratkilometern. Wer sich nie mit der flächenmäßigen Ausdehnung von Städten/Siedlungsgebieten beschäftigt, für den mag dies erstaunlich klingen. Bei näherer Betrachtung ist dies allerdings kein außerordentlicher Wert.

Als Beispiel seien hier einige Orte genannt, an denen viele Menschen sich wünschen zu leben:

– Paris: 2,2 Millionen Menschen auf 105 Quadratkilometern

– Barcelona: 1,6 Millionen Menschen auf 100 Quadratkilometern

– Tokio: 9 Millionen Menschen auf 622 Quadratkilometern

Selbst Berlin, das sich durch unzählige Freiflächen, große Stadtwälder und Flächenverschwendung auszeichnet ist mit 3,5 Millionen Einwohnern auf 892 Quadratkilometern nur etwas weniger dicht besiedelt.

Der ewige Hinweis auf die „zusammengepferchten“ Palästinenser sollte einen in Zukunft also aufhorchen lassen. Dahinter steckt meistens ein voreingenommener Kopf.

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