Porsche-, Hummer- und Villen-Sozialisten – Luxus im Namen der Armen

Posted on 13. Juni 2012

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Eigentlich schon ein alter Hut, aber weil es so schön ist:

Oskar Lafontaines Anwesen im Saarland. Kleines Haus mit 2 Hektar Grund.

Im Vergleich dazu wirkt Wulffs Häuschen doch mehr als bescheiden. Aber Lafo spielt seinen Lebensstil im Abendblatt-Interview gekonnt herunter:

Gero Küsel: Sie haben eine Villa im Saarland. Wie glaubwürdig ist da Ihre reichenfeindliche Politik?
Lafontaine: Das ist auch so ein Märchen. Die sogenannte Villa im Saarland hat einen Grundriss von zwölf mal zwölf Metern. Die wurde dann von der Boulevardpresse als Palast bezeichnet. Es wurde verschwiegen, dass meine Mutter und meine Schwiegermutter – beide 90-jährig – bei uns wohnten. Aber es ist bedauerlich, dass politisch feindlich gesonnene Medien zu solchen Diffamierungskampagnen greifen. Die Polemik der Boulevardpresse, nur Hartz-IV-Empfänger könnten glaubwürdig linke Politik machen, ist albern.
Abendblatt: Wenn wir schon bei Zahlen sind: Wie groß ist denn das Grundstück, auf dem das Haus steht?
Lafontaine: Neben dem Haus ist eine Obstwiese, die hat zwei Hektar. Natürlich wurde sie als Riesenbesitz bezeichnet. Das ist geradezu lächerlich, mein lieber Herr Strunz.
Hamsah Salaho: Würden Sie sich selbst als reich bezeichnen?
Lafontaine: Mir geht es besser als der Mehrheit der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Und was meine Glaubwürdigkeit angeht: Ich vertrete steuerpolitische Vorschläge, die mich Geld kosten. Dagegen tragen meine Konkurrenten überwiegend steuerpolitische Vorschläge vor, die ihnen mehr Geld bringen.
Hamsah Salaho: Was bedeuten Ihnen Luxus und Genuss?
Lafontaine: Abgesehen von einem guten Glas Wein relativ wenig. Der Genuss, den ich besonders schätze – Natur und Literatur – ist heute fast jedem zugänglich.

Um es einmal zu verdeutlichen: 2 Hektar sind 20.000qm. Grob 3 FIFA genormte Fußballfelder oder 5 Bolzplätze. 12x12m ergibt 144qm. Auf 2,5 Etagen macht geschätzt 360qm Wohnfläche, dazu sicherlich noch ein netter Keller. Vielleicht erreicht man 520qm nutzbare Fläche. Natürlich teilt er sie sich mit 2 älteren Damen. Viele werden Mitleid haben. Beträgt doch die durchschnittliche Wohnungsgröße in Deutschland 77qm.

Insbesondere interessant ist auch der Aspekt, dass man in der Linken gerade wieder die Beschränkung der Managerbezüge auf das ca. 20-fache der unteren Lohngruppe begrenzen möchte. Legt man oben genannte Zahlen zu Grunde, so wohnt Oskar Lafontaine auf einer Fläche, die die des Durchschnittsdeutschen um das 260-fache überschreitet. Selbst wenn man die Grundstücksfläche je Wohnung zu Grunde legt (280qm; Zahlen leider nur für Bayern), also auch Eigenheime hinzuzählt, übersteigt Lafontaine diese um das 71-fache. Dabei orientieren sich beide Zahlen nicht am unteren Ende, wie die Linke es für Gehälter fordert, sondern dem Durchschnitt!

Nun müssen selbst die sonst von der Linken zur Klasse der Besitzenden zählenden Menschen für solch ein Häuschen mit „Obstwiese“ eine Weile ihre Untertanen knechten, um sich so gediegen betten zu können. Selbst an einem Tor vor der Einfahrt hat man nicht gespart, um sich und seinen Besitz schützen zu können. Wundervoll.

Was mir nicht einleuchten will: Wer Armen und Besitzlosen in unserer Gesellschaft helfen möchte, muss sicherlich nicht selbst dazu gehören, aber wieso lebt man in Saus und Braus, besser oder gleich den meisten Bankern und stellt sich nach außen als mittellosen Klassenkämpfer dar, dem Luxus und Besitz nichts bedeuten? Sieht diese Villa, denn nichts anderes ist es, so aus, als würde seinem Besitzer Luxus nichts bedeuten? Kann man noch davon reden, dass es einem nur „besser geht als der Mehrheit“, wenn man in solchen Verhältnissen lebt? Sind es nicht eher die oberen 1%, gegen die so viele zur Zeit auf die Straße gehen, die so leben? Man mag von MTV Cribs und Hollywood-Produktionen andere Größenordnungen und offensichtlichere Dekadenz gewohnt sein, aber für deutsche Verhältnisse lebt Oskar Lafontaine äußerst feudal.

Wieso also immer nur unrealistische Vorschläge verbreiten, die einen in einer nur in der Phantasie bestehenden Zukunft treffen würden, obwohl man selber weiss, dass solche Gesetze nie in Kraft treten werden. Wir leben in Freiheit. Niemand würde ihn aufhalten, wenn er sein Anwesen nutzt, um armen Familien ein kleines Häuschen auf die Obstwiese zu setzen, oder sein offensichtlich reichlich vorhandenes Geld in gemeinnützige Stiftungen und nicht zu seinem eigenen Vorteil ausgibt. Welcher Mensch braucht ernsthaft 2 Hektar Land und eine Villa, der doch eigentlich nur Natur und Literatur braucht? Reicht nicht eine Wohnung nahe an einem Park und einer Bibliothek? Das gesparte Geld würde vielen Familien helfen, ihre Lebensumstände zu verbessern.

Aber es macht sich so gut, als Gerechter durch die Lande zu ziehen und den Menschen mit seinen unrealistischen Heilsversprechen das Geld aus der Tasche zu ziehen. Hier ein Vortrag, da ein Buch. Lafo weiss, dass man ihn nie an seinen Worten wird messen können. Denn die Linke wird auf Bundesebene in absehbarer Zeit keine Regierungsverantwortung übernehmen. Also stellt man sich selber als den Retter der Enterbten dar, der mit ihnen leidet, während man Abends zurück auf seinem Anwesen entspannt und von den Sorgen der „Arbeiterklasse“ nur aus Büchern oder Träumen erfährt.

Nein, der heutige Sozialist ist wie der SED Parteibonze nur am eigenen Vorteil interessiert. Klaus Ernst liebt Porsche, Sara Wagenknecht Hummer und Lafo seine Villa. Die Ironie ist so augenfällig, aber viele wollen sie nicht sehen: Die Führungsriege einer Partie, welche sich für die Überwindung des Kapitalismus und der freien Marktwirtschaft einsetzt, erntet und genießt gerade die Früchte dieses Systems. Luxus, welchen es in dem von ihnen angestrebten System für niemanden außer der korrupten Elite gäbe. Weniger Geradlinigkeit geht nimmer.

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Posted in: Deutschland, Politik