Solidarität – Was ist das?

Posted on 11. Februar 2012

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In den letzten Wochen, Monaten und Jahren wird viel von Solidarität gesprochen. Solidarität zwischen den verschiedenen Bevölkerungsgruppen, zwischen Einwanderern und Alteingesessenen und Solidarität mit Europa und Griechenland im Speziellen. Aber was genau ist Solidarität?

Für mich ist sie ein sehr abstrakter Begriff, der kaum greifbar ist. Als Annäherungsversuch könnte man sie wahrscheinlich als Hilfe für Schwächere zusammenfassen. Aber ab wann beginnt Solidarität? Reicht es nicht schon, wenn ich meinen Solidaritätsbeitrag leiste und Steuern zahle? Mich so verhalte, dass ich anderen nicht zur Last falle und allen offen und ehrlich gegenübertrete? Und wieso wird Solidarität, wenn sie von Politikern eingefordert wird, immer mit einem unheimlich großen Preisschild versehen, so als wären wir nur gute Europäer, wenn wir viel Geld in andere Länder schicken?

Zumindest eines ist mir in der aktuellen Debatte klar geworden: Solidarität scheint sich aus einem Schuldgefühl zu speisen, welches immer damit zu tun hat, dass es mir besser geht als anderen, obwohl ich es nicht verdient habe. Ich habe bessere Jobchancen, nur weil ich weiß bin. Europa geht es so gut, weil es andere ausgebeutet hat. Deutschland geht es besser, weil es auf kosten anderer lebt. Der Manager ist reich, weil er auf Kosten seiner Mitarbeiter Gewinn erwirtschaftet.

Es scheint fast so, als sei Solidarität der Wegezoll des Emporkömmlings oder Schutzgeld an die Zurückgebliebenen, das man zahlt um sich ihren Zorn vom Leib zu halten. Keine sonderlich schöne Form zwischenmenschlichen Handelns…

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