Wie europäische Medien den USA ihr Schuldenproblem erklären

Posted on 7. August 2011

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In den meisten Artikeln über das amerikanische Schuldenproblem kommen europäische Journalisten gerne zu dem für sie einzig logischen Schluss: Die Steuern müssen erhöht werden! Das ewig gleiche Mantra, das uns auch schon in Deutschland gepredigt wird.

Wenn man die europäische Brille aber kurz absetzt und ganz unvoreingenommen einmal die hiesigen Realitäten betrachtet, dann sollte jedem schnell klar werden, dass nicht niedrige Steuern, sondern zu hohe Ausgaben das Problem sind. Deutschland, Frankreich, Holland und vor allem Skandinavien sind nicht für niedrige Steuern bekannt, haben oder hatten aber alle in jüngster Vergangenheit mit hohen Schulden zu kämpfen. Europäer, vor allem im Westen, halten Steuern weit unter der 50%-Marke für anrüchig und unverantwortlich. Wie sollte man damit denn den einzig wahren Staat, nämlich den sozialdemokratischer Prägung, mit seinem ausufernden Sozialstaat finanzieren? Natürlich sind die USA dem Untergang geweiht.

Den USA ging es mit vergleichsweise niedrigen Steuern immer sehr gut. Der Bogen wurde einfach überspannt, als man sich entschloss zwei Kriege zu führen, ein Gesundheitswesen europäischer Prägung zu installieren und die Wall Street zu retten, bei Beibehaltung aller Steuervergünstigungen. Kein Grund aber, das zum Anlass zu nutzen, „Big Government“ mit hohen Steuern nun endgültig auch in den USA festzuschreiben.

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