Was und wem nützt die Kulturförderung?

Posted on 26. Juli 2011

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Wir leben in einem Land, das sich nicht nur einen Öffentlichen Rundfunk leistet, der knapp 10 Mrd. € verschlingt, wir leisten uns auch eine öffentliche Kulturförderung durch Bund, Länder und Kommunen in Höhe von fast 10 Mrd. €.

Zusammen genommen also 20 Mrd. € für Bereiche, die nicht zwingend zur Staatssphäre gehören, sondern eben so gut, wenn nicht besser, auch von Privaten erfüllt werden können. Wenn man sie denn lassen würde. Aber der Staat hat nun mal spezielle Vorstellungen, was Kultur und Medien sind. Deswegen bindet er gigantische Beträge, die ursprünglich dem Bürger gehören, um seine Vorstellungen umzusetzen.

Mit diesem Betrag könnte man die Mehrwertsteuer um gut 5 Prozentpunkte senken. Das würde den Konsum befeuern, die Wirtschaft vom Export unabhängiger machen und Arbeitsplätze schaffen. Aber wer würde das schon wollen, wenn man dann auf Goethes Faust in Castrop-Rauxel in der 1189. Interpretation verzichten müsste.

Man wird auch fragen dürfen, inwiefern sich hier nicht ein kleiner elitärer Kreis über Umwege Milliarden an Steuergeldern zuschanzt. Wieviel Prozent der Bevölkerung gehen denn jährlich ins Theater? Dennoch wird eine(!) Theaterkarte gerne mit 135€ subventioniert. Das ist mehr als ein Drittel des Betrages, den ein Hartz IV-Empfänger monatlich erhält, damit ein, aller Wahrscheinlichkeit nach, relativ wohlhabender Bürger sich einen schönen Abend machen kann.

Kultur sollte sich endlich dem Markt stellen. Ja, das wird in vielen Bereichen zu einer Boulevardisierung und Abflachung führen, aber so ist es nun mal, wenn man nicht die kritische Masse erreicht die bereit ist, einem etwas anspruchsvolleres zu finanzieren. Zumindest wird es die Kreativität fördern, wenn jedes Theater sich aktiv um Zuschauer bemühen muss und nicht nur um den nächsten Zuschuss vom Amt.

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Posted in: Deutschland, Politik