Der Adel und die Faszination der Massen

Posted on 30. April 2011

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Ich habe gestern 6 Sender gezählt, die ihre gestrige Sendezeit fast gänzlich dieser langweiligen Hochzeit gewidmet haben. Dabei habe ich nicht einmal digitales Fernsehen. Woher rührt diese Begeisterung? Saßen tatsächlich, wie oft behauptet, 3 Mrd. Menschen am Fernseher und haben dieses Spektakel unter grauem Himmel verfolgt? Interessieren sich wirklich mehr Menschen für die Hochzeit zweier Engländer, als die Fussballweltmeisterschaft und den Super Bowl zusammen?

Auch ich habe Verwandte die sich bei Adelsgeschichten gerne zurücklehnen und an bessere Zeiten denken. Man kennt sich aus in den wirren der verwandtschaftlichen Verknüpfungen des Hochadels und weiss selbst das letzte Detail der Skandale der vergangenen Jahre zu berichten. Nur warum? Diese Menschen haben meistens nichts weiter vorzuweisen als einen klangvollen Namen. Außer ihren Frauen sehen sie selten gut aus, sind in ihrem benehmen meist ebenso rüpelhaft wie das „gemeine Volk“ und wirtschaftlich oft umso erfolgloser.

Europa hält sich eine Kaste an scheinbar Privilegierten, die eine Macht zelebrieren, die sie vor Jahrzehnten scheinbar abgaben. Klangvolle Namen, schöne Schlösser und eine Familiengeschichte, die von einer Überlegenheit zeugt, die sich nur durch das Aufrechterhalten jahrhundertealter Traditionen herausbilden konnte. So zumindest die Regenbogenpresse. Für solcherlei Geschichten scheint es immerhin einen Markt zu geben und einige adlige Leben davon nicht schlecht. Denn immerhin konnten sich Will & Kate eine 34 Millionen Euro Hochzeit vom Volk bezahlen lassen.

Wer sind hier die Hofnarren? Der Adel, der mittlerweile mehr oder weniger der Belustigung der Massen dient, oder das Volk, welches solchen Eskapaden willig folgt und oft die Zeche zahlt? Es ist zumindest keine Win Win SItuation. Der Adel zelebriert sich und seine vergangene Macht, als hätte es keine Revolutionen gegeben, als sei man immernoch der Mittelpunkt des Universums. Dabei ist man so weltfremd geworden, dass man meint ein gutes Recht auf Titel und Orden zu haben. Dabei sind es keine Privilegien von Gottes Gnaden, sondern Privilegien, die sich vor Jahrhunderten eine Gruppe von Menschen nahm, sie auf dem Rücken des Volkes ausbaute und ihre Nachfahren bis ins heutige Zeitalter herüber retten konnten.

Es wird Zeit, diesem Schmierentheater ein Ende zu setzen und das ganze System des Adels abzuschaffen.

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