Wo bleibt der Super-GAU?

Posted on 21. März 2011

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Aus allen Ecken des Landes schreiben die Journalisten über eine Krise, die 9000 Kilometer entfernt stattfindet, als könnten sie von ihrem Bürofenster aus direkt auf die Unglückstelle sehen. Sie scheinen Informationen zu haben, die selbst vor Ort nicht vorliegen und versuchen damit scheinbar den Weltuntergang herbeizuschreiben.
Die Lage ist weitaus dramatischer, als die zuständigen Stellen preisgeben wollen. Die Strahlenwerte exorbitant, ganze Landstriche müssen evakuiert werden. Mehr, als von der Regierung verlangt. Lebensmittel sind mit tödlichen Dosen verstrahlt. Der Super-GAU unabwendbar. Er wird schlimmer als Tschernobyl und die Explosion 10x stärker als Hiroshima.
Die Japaner haben einfach nicht gelernt aus früheren Katastrophen. Wie konnten sie nur die Möglichkeit eines Bebens der Stärke 9.0 (gerade einmal die Nummer 5 der bisher aufgezeichneten Erdbeben) und einen nachfolgenden Tsunami mit bis zu 23m hohen Wellen in ihren Risikoeinschätzungen außer Acht lassen? Gerade die Japaner, die durch Hiroshima über die Gefahren des Nuklearenzeitalters bestens Bescheid wissen müssten, sind blauäugig mit dieser Technologier umgegangen (siehe: Man wird den Juden Auschwitz nie verzeihen!).

Am schlimmsten aber ist, dass die japanische Regierung zu wenige Informationen preisgibt. Vielleicht sollten sie genauso berichten, wie es die deutschen Medien zur Zeit vormachen. Ängste schüren, vom schlimmsten ausgehen, den Teufel an die Wand malen.
Zwei Tage nach dem Beben haben viele Medien bereits vom unvermeidlichen Super-GAU berichtet. Vor drei Tagen hieß es dann, dass den Technikern nur 48 Stunden blieben, um den Super-GAU zu vermeiden. Bis heute ist er jedoch ausgeblieben.
Die Lage ist keinesfalls beruhigend, angenehm oder in sonstiger Weise positiv zu beurteilen. Das rechtfertigt aber nicht das Ende der Welt zu verkünden. Es scheint gerade so, als würden sich einige Journalisten den Super-GAU wünschen, damit die Atomkraft endgültig vor dem Aus steht.
Die Lage ist ernst, aber weitaus weniger brisant als einem hierzulande von den Medien weisgemacht wird. Jede Gegenmeinung wird sofort blockiert, da sie zu blauäugig und den Ernst der Lage nicht begreifend sei. Es ist bezeichnend, dass die Deutschen offensichtlich in größererem Aufruhr sind als die Japaner. Die Regierung dort tut gut daran, sich mit Informationen zurückzuhalten und vor allem keine öffentlichen Mutmaßungen über einen Super-GAU anzustellen. Nur so kann eine Panik vermieden werden.
Es ist die Aufgabe der japanischen Regierung die Bevölkerung zu schützen und das schlimmste zu vermeiden, nicht sie zu ängstigen. Solange die Lage noch in irgendeiner Weise beherrschbar ist.

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