Afrika und die Entwicklungshilfe

Posted on 1. November 2009

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Das Entwicklungsministerium ist nun in liberaler Hand. Das lässt auf einen neuen Ansatz in der Entwicklungspolitik hoffen, ist es doch einer der Grundgedanken des Liberalismus, dass Anreize geschaffen werden müssen. Durch die bisherige Politik des stumpfen Überweisens von enormen Geldbeträgen wurden jedoch keine Anreize zur eigenverantwortlichen Lebensgestaltung, sondern Abhängigkeiten geschaffen. Beeindruckend am Beispiel Ghanas demonstriert, dass 1957, dem Jahr seiner Unabhängigkeit, schuldenfrei und mit einem Pro-Kopf-Einkommen so hoch wie dem von Spanien an sich rosige Zukunftsperspektiven hatte. Heute liegt das Verhältnis des Pro-Kopf-Einkommens bei knapp 35:1 – für Spanien.

Während sich Entwicklungsminister Niebel mutig gegen weitere Hilfen für China stellt und damit lang überfällige Korrekturen vornimmt, ist sein Standpunkt was Afrika angeht leider noch nicht klar. Die Frage sollte jedoch erlaubt sein, weshalb rohstoffreichen Ländern wie Nigeria, Sudan, Niger, Guinea, Sambia oder Angola Gelder zufließen sollten. Es kann kaum in unserem Sinne sein, dass der Herrscher Swasilands mit einem Maybach durch seinen 1,2 Millionen Einwohner Staat fährt (während Sarkozy in einem lächerlichen Peugeot 607 oder Renault vel Satis sitzt).

Es wird Zeit sich von der Schuld zu befreien und die seit nunmehr fast 60 Jahren praktizierte Politik des stumpfen Wiedergutmachens durch Geldleistungen endlich zu beenden. Die asiatischen Länder haben gezeigt, dass sie (fast) ohne Entwicklungshilfe bestens vorankommen. Afrika wird es uns danken, indem es einen wahrscheinlich schwierigen, aber auch nachhaltigen Weg zu eigenständig erarbeitetem Wohlstand findet. China hat uns in dieser Hinsicht einiges Voraus, dort treibt man ganz normalen Handel mit Afrika und erste positive Beispiele werden sichtbar.

Weiterführend:

Volker Seitz – Afrika wird armregiert oder Wie man Afrika wirklich helfen kann

Afrikas gierige Herrscher

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Posted in: Ausland, Politik